Nachhaltige Kleidung – mit Mammut und Deuter

Um Nachhaltig zu leben sollte man sich die Frage nach jedem Konsumprodukt stellen, was liegt näher als auch über Kleidung nachzudenken. Wenn man die Einkaufsstraße entlangläuft ist das offensichtlich ein Hauptteil der Konsumgüter. H&M neben Peek&Cloppenburg, Primark, Galeria Kaufhof, Karstadt und wie sie alle heißen sind die anderen Einkaufstempel eher zweitrangig.
Während wir inzwischen alle wissen das das T-Shirt für 2,50€ nicht dafür sorgt das es irgendjemandem in der Produktions und Handelskette gut geht hört man häufig noch immer so Sätze „Man kann sich das anders ja nicht leisten“ – von Menschen die offensichtlich bei dem neuen iPhone nie solche Sorgen hatten. Das ist eher ein Symptom, jede größere Stadt hat inzwischen gut funktionierende Faire Läden, die Nachfrage ist dabei eher das Problem, denn so viel teurer muss Kleidung nicht sein.

Ich kaufe seit ca. 4 Jahren so weit ich es kontrollieren kann nur Faire Kleidung (Bio Label sind für mich aus mehreren Gründen zweitrangig) und seit etwa 3 Jahren auch nur noch Vegane Produkte. Da ich ein großer Anhänger von Outdoorkleidung bin habe ich mal abgeklopft was es da gibt, die Clean Cloth Campaign hat dazu eine Untersuchung veröffentlicht: Clean Cloth Campaign Outdoor Für mich persönlich bleiben dabei 3 Marken übrig die ich normalerweise kaufe: VauDe, Patagonia und Mammut.
Reparierbar sollte alles sein was ich habe, die Jeans kann man bei der lokalen Näherei flicken lassen, aber Spezialsachen werden schwieriger. Da bin ich auf den Service des Herstellers angewiesen. Inzwischen schaue ich mir bei den Anbietern also auch an was die zum Thema flicken zu sagen haben.

Im letzten und diesen Monat waren zwei Kleidungsstücke zur Reparatur dran, einerseits mein Deuter Rucksack mit defekter Schnalle und Reißverschluss (4 Jahre alt) sowie eine 15 Jahre alte Mammut Zip-Off Outdoorhose bei der sich Nähte gelöst hatten. Mitte Mai habe ich den Rucksack bei Globetrotter in Stuttgart abgegeben, die Hose beim Mammutstore am 6.6.

Der Deuter Rucksack wurde bei Globetrotter aufgenommen, besonders Koordiniert ging es nicht zu. Dann war er weg, ich habe keine Ahnung was passierte, die wöchentlichen Nachfragen erbrachten kaum Erleuchtung, außer das das SAP System vermutlich noch schlimmer ist als im Krankenhaus. Erst am 21.6. (Nach 5 Wochen!) konnte man mir sagen das der Rucksack repariert wurde und für 35€ auf dem Weg zu mir nach hause ist, das ich eine Lieferung in die Filiale erbeten hatte hatte man ignoriert. Die Lieferung mit Hermes konnte ich überraschenderweise entgegennehmen und kam am 25.6. (Der Zusteller war wohl genauso verwirrt jemanden anzutreffen wie ich). Ich werde jetzt herausfinden müssen ob Globetrotter oder Deuter das ganze so intransparent gestaltet haben. Ich befürchte es ist Globetrotter gewesen, denn das ich nicht einmal eine Zwischenmeldung bekomme ist gelinde gesagt unschön.

Bei Mammut hatte man mir versichert ich bekäme nach ca. 1 Woche eine Rückmeldung über die Kosten, ich schrieb gleich mal drauf das alles bis 20€ sofort gemacht werden solle. Die Annahme dauerte ca. 1 Minute, Formular ausfüllen, fertig. So hätte ich mir das bei Globetrotter auch gewünscht. Nach 10 Tagen bekam ich einen Anruf – nicht mit einem Kostenvoranschlag, sondern mit der Mitteilung man habe es auf Kulanz repariert, alles wieder da. Die Hose ist wieder in einwandfreiem Zustand, 15 Jahre alt und immer noch gut in Schuss.

Reparaturen sind für die Nachhaltigkeit wichtiger, das herstellen der Rohstoffe, das verarbeiten der Einzelteile – all das erfordert viel Zeit und Energie, beides kann man sich ersparen. Leider hat diesmal Globetrotter in Kombination mit Deuter kein so gutes Bild abgegeben, ich hoffe das war ein Einzelfall und werde dem nachgehen.

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