Wieso bist du eigentlich Vegan? Teil 1, Sozial-Ökologisch

Wenn es eine Frage ist, die ich häufig gestellt bekomme, dann ist es wohl diese. Bevor ich den üblichen Vorwurf bekomme: Wenn du nicht daran interessiert bist wieso ich vegan geworden bin und welche Gründe es gibt, dann lies den Beitrag nicht. Natürlich halte ich vegan leben für richtig, ich hoffe alle tun möglichst viele Dinge, die sie für richtig halten. Deswegen bin ich kein Missionar.

Es gibt grundsätzlich drei Hauptbeweggründe, um Veganer zu werden: Aus gesundheitlichen Gründen, aus Tier-Ethischen oder aus Sozial-Ökologischen. Heute beschränke ich mich auf den für mich zunächst Ausschlaggebenden, den Sozial-Ökologischen.

Bei mir fing das ganze – wie so vieles – bei einem Barcamp an. Ich war schon seit mehreren Jahren Vegetarier, einfach weil mir die schiere Menge an Ressourcen, die für ein Stück Fleisch verbraucht werden, schrecklich vorkam. Die Logik, dass in einer globalisierten Welt, in der Menschen und Vieh ähnliche Nahrungsmittel zu sich nehmen, der Einfluss von Weltmarktpreisen ähnlich viele Hungersnöte verursacht wie Dürren, erscheint mir klar. Die Berichte von Freunden, die in der Entwicklungshilfe arbeiten und berichten wie es mit Nahrungsmittelspenden geschafft wird, kurzfristig ein paar Leuten zu helfen, dabei die lokalen Geschäfte zu zerstören und das ganze wesentlich unwirksamer ist als einfach den Menschen Geld für Essen zu geben, haben mich darin bestärkt.

Bei besagtem Barcamp, 3 Jahre nach meiner Entscheidung, vegetarisch zu leben (mit konsequent weniger werdenden „Ausrutschern“), ging es um die Energiebilanz in der Nahrung. Wir waren nur 6 Leute an einem kleinen Tisch, damals im Literaturhaus Stuttgart. Die Diskussion führte zu der Erkenntnis, dass ich wohl wirklich nicht konsequent mit meinen Handlungen sei. Das hatte meine damalige Freundin mir auch immer wieder erklärt. So ging ich sehr nachdenklich vom Barcamp Stuttgart 2012 nach Hause und reduzierte in Folge davon auch den Konsum meiner sonstigen tierischen Produkte.

Als mir klar wurde, dass der Ressourcenverbrauch für 100 g Käse und 100 g Fleisch sehr viel ähnlicher sind als ich gehofft hatte, erschien mir Veganismus zum ersten Mal als die einzig wirklich gute Alternative. Unter dem Aspekt, dass alle Menschen gleich viel Anrecht auf unsere Ressourcen haben sollten, fand ich es ungerecht so viel davon zu verbrauchen (und finde es bis heute). Auch weil eben die Ärmsten besonders unter dem Klimawandel und den ausbeuterischen Verhältnissen leiden. Über 80 % der Länder, in denen Hungersnöte herrschen, bauen Viehfutter an. Hedgefonds kaufen fruchtbares Land in Gebieten, in denen Menschen Hunger leiden und bauen rentables Viehfutter an. Dagegen richtet Veganismus alleine nichts aus, aber er ist ein Anfang. Ein Anfang in einer Welt, in der viel schief läuft, aber in der jeder dazu beitragen kann und sollte, alles besser zu machen.

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