Erinnern: Johannes Korten

Johannes Korten

Johannes kannte ich kaum.

Aufgefallen war er mir schon länger, mich verwirrte anfangs noch der Name seiner Webseite – Jazzblog. Später wusste ich, wenn ich darauf klicke werde ich etwas spannendes lesen. Als Mitarbeiter bei der GLS Bank machte er wunderbare Beiträge, man merkte das er Idealen folgte. Das alles war sehr oberflächlich, ich lese etwas und die Konnotation ist sehr gut. Schön etwas von Johannes zu lesen.

Später kam „Ein Buch für Kai“, eine Aktion die meiner Idee von einem guten Miteinander so nahe kam wie kaum etwas anderes. Er Verstand es die Menschen zu berühren, auch und gerade weil er selbst so berührt war. Er war echt.

Was war

Als er bei der re:publika seinen Vortrag dazu hielt merkte man ihm die Freude an. Man begegnete sich immer wieder, in kleinen Gruppen, auf dem Gang. Man nickt sich zu, kennt sich von Twitter, redet ein paar Sätze und läuft schnell zum nächsten Vortrag. Es war unsere letzte Begegnung.

Was kam

Seine letzten Zeilen in seinem Abschiedspost, Hannes konnte nicht glauben das sein Leben einen Sinn hatte. Selbst im Angesicht des letzten Ausweges denkt Hannes an andere, will nicht zur Last fallen. Es bestürzt mcih jedes mal aufs neue zutiefst.

Schaut in jeder Situation gemeinsam nach vorn. Seid achtsam mit euch selbst und dann aufeinander. Macht die Welt im Großen wie im Kleinen wieder zu einem guten Ort. Lebt den Gedanken, dass das gemeinsam im Miteinander möglich ist, weiter. Das wäre mir ein letzter Trost. Vielleicht bekommt mein Dasein dann doch noch einen Sinn.

Was bleibt

Hannes war Depressiv und hat seinen Suizid geplant – es tut weh das auszusprechen und bricht Tabus, aber es muss gesagt werden.  Beides ist eine tägliche Realität, verschweigen hilft uns nicht.Wir müssen damit umgehen, geht wach durch die Welt und traut euch darüber zu sprechen, nur wer redet kann helfen und denen kann geholfen werden

Die Welt ist ein guter Ort, daran sollten wir jeden Tag arbeiten. Manchmal denke ich dabei an Hannes, wehmütig, aber voller Hoffnung. Dein Leben hätte mehr Sinn gehabt, du wolltest das nicht glauben.

Hannes kannte ich so, wie er gekannt werden wollte. Wenn du dir doch auch geglaubt hättest, dass du so bist.

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